Ein Pony, auch wenn es noch so artig ist, sollte man nicht einfach so vor eine Kutsche spannen. Es wäre damit womöglich überfordert, da sehr viele Eindrücke, die es verängstigen können, auf das Pony einströmen. Und das gefährdet die Sicherheit aller.
Egal ob große oder kleine Pferde, alle müssen von Grund auf an gewissenhaft aufs Fahren vorbereitet und dafür ausgebildet werden. Dann hat man ein (Pony-)Leben lang Spaß daran.
So beginnt die Ausbildung zum Fahrpony:
Verfügt das Pony über Grundgehorsam an der Longe, wird es zuerst ans Geschirr und an die Doppellonge gewöhnt. Dabei lernt das Pony nicht nur die Stimmkommandos kennen, sondern auch, dass es an der Hinterhand berührt werden darf. Später laufen dort die Zugstränge lang.
Nun beginnt der Ernst des Lebens am Anfang der Fahrponykarriere.
Fahren vom Boden: Das Pony hat bereits den Fahrzaum mit Blendkappen kennengelernt und ist "geländesicher". Ziehen muss es in dieser Phase noch nichts. Es soll "nur" lernen, fleißig und mutig vorwärts zu gehen und auf die Stimme hinter ihm zu hören und zu vertrauen.
Wenn dieser Abschnitt für das Pony in Fleisch und Blut übergegangen ist, folgt das erste Ziehen. Ich verwende dazu keinen Reifen, sondern einen Balken und ein Ortscheid. Das Pony lernt nun, dass es Druck auf die Brust bekommt. Viele Ponys bleiben erst einmal verdutzt stehen: "Hey, es geht nicht weiter, da hält mich was fest!" Wichtig in dieser Phase ist, dass das Brustblatt (wie natürlich auch der Rest des Geschirrs) vernünftig angepasst ist und das Zuggewicht - also der Balken oder
Reifen - nicht zu schwer ist.
Nun sind es nur noch wenige Schritte bis zum ersten Anspannen: Zum Beispiel eine Vertiefung der Zugfestigkeit, das "stehenbleiben lernen", ein "über den Zugstrang treten", die Simulation der Schere (beim Einspänner) um zu sehen, wie das Pony das Gefühl des eingeengt seins erduldet.
Dann ist der große Tag und es geht endlich "richtig" los: Die erste Ausfahrt, zunächst noch mit Halfter
und langem Strick (hierzu erweisen sich die langen Bodenarbeitsseile aus dem Westernreitsport als sehr praktisch). ...
Sie können den Clip nicht ansehen? Hier gibt´s die Alternative VideoClip
Sie sind neugierig geworden und möchten einmal reinschnuppern ins Kutschefahren mit Ponys oder selber einmal die Leinen in die Hand nehmen? Sie haben ein Pony, das eingefahren werden soll und benötigen Hilfe?
Schreiben Sie mir eine e-Mail oder rufen sie mich gerne an. Tel: 0177-9570041
Viele Ponys
erleben eine zweite Karriere als Fahrpony erst dann, wenn ihre Reiter zu groß
und zu schwer für sie geworden sind. Dann stellt sich schnell die Frage:
"Was tun mit dem Pony, es langweilt sich, denn es hat keine Aufgabe mehr."
Die Lösung: anspannen und entspannen!
Es gibt kaum was schöneres, als mit Pony und Kutsche eine Ausfahrt zu unternehmen. "Was? So ein kleines Pony soll eine Kutsche ziehen können?", denken Sie nun?Ein Pony schafft
das locker. Man benötigt u. a. eine ponygerechte Kutsche,
die nicht zu schwer und ist und einen geringen Rollwiderstand hat.
Hersteller/Vertreiber solcher Markenkutschen gibt es bundesweit viele. Ab und zu kann man auch eine hochwertige gebrauchte Kutsche ergattern. Unter der Rubrik "Links" sind einige Händler aufgelistet.
Was kann denn ein Pony ziehen? Die Faustregel besagt:
Das Verhältnis von Zuglast zum Gewicht des Ponys beträgt im Flachland für ein trainiertes Pony 3:1, für ein untrainiertes Pony 2:1 ; im Bergischen gilt für ein trainierts Pony das Verhältnis 2:1, für ein untrainiertes Pony 1:1.
Beispiel:
Ein untrainiertes, 200 kg schweres Pony darf im Flachland 400 kg ziehen. Das selbe Pony darf im trainierten Zustand 600 kg ziehen. Lebt dieses
Pony im Bergischen, darf es untrainiert 200 kg ziehen, im trainierten Zustand 400 kg. Diese Angaben sind Richtwerte, die sich nicht immer übertragen lassen. Bitte bedenken Sie, dass zur Zuglast nicht nur das Gewicht der Kutsche, sondern auch das Gewicht des Fahrers und eventueller Beifahrer gehört.
Viel Spaß beim Rechnen.
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